Viele Kurzarbeiter ereilt kurz vor dem Jahreswechsel noch der Steuer-Schock. Sie müssen zu meist bis zu 1100 Euro Steuern nachzahlen, obwohl sie viel weniger Gehalt bezogen haben.
Betroffen sind hunderttausende Arbeitnehmer, die von ihren Firmen im Zuge der Wirtschaftskrise auf Kurzarbeit gestellt wurden. Jetzt sollen sie auch noch nachträglich für das Jahr 2009 Steuern an das Finanzamt abführen.
Das hat der Lohnsteuerverband NVL errechnet.
Der Grund für die Steuer-Falle: Die Finanzämter schlagen am Jahresende das (steuerfreie) Kurzarbeitergeld auf den regulären (versteuerten) Lohn oben drauf. Dadurch erhöht sich für die Betroffenen automatisch der Steuersatz.
Sie werden Opfer der Steuer-Progression
Ein Beispeil bei einem regulären Gehalt von 4000 Euro brutto zeigt, dass der Arbeitnehmer nach einem halben Jahr Kurzarbeit satte 390 Euro Steuern nachzahlen muss.
Bei einem verheirateten Metaller, der 2009 komplett auf Kurzarbeit war (50%), werden laut NVL sogar 1063 Euro fällig.
Insgesamt gab es 2009 mehr als 1 Million Kurzarbeiter in Deutschland. Die meisten waren in der Metall- und Elektrobranche beschäftigt.
NVL-Chef Uwe Rauhöft erklärte hierzu in der Bildzeitung: „Alle Kurzarbeiter müssen für 2010 eine Steuererklärung abgeben – egal ob sie Steuern nachzahlen müssen oder Geld zurück bekommen.“
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